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Ratgeber

Die Umstellungsphase bei Haarseife meistern

Die Umstellungsphase ist der Hauptgrund, warum viele Menschen die Haarseife wieder aufgeben. Dabei ist es gar nicht so schwer – wenn man weiß, was einen erwartet und wie man die schwierige Zeit überbrückt.

Was ist die Umstellungsphase?

Wenn Sie von herkömmlichem Shampoo auf Haarseife umsteigen, durchläuft Ihr Haar und Ihre Kopfhaut eine Anpassungsphase. Diese wird als Umstellungsphase bezeichnet und ist vollkommen normal. Sie tritt auf, weil:

  • Silikonablagerungen: Jahrelange Shampoo- und Conditioner-Nutzung hinterlässt Silikonschichten im Haar. Diese müssen erst vollständig ausgewaschen werden.
  • Talgdrüsen-Reset: Aggressive Sulfat-Shampoos haben die Talgdrüsen konditioniert, viel Sebum zu produzieren. Dieser Kreislauf bricht auf, was zunächst zu übermäßiger Fettproduktion führen kann.
  • pH-Wert-Anpassung: Die Kopfhaut gewöhnt sich an den veränderten pH-Wert der Haarseife.

Wie lange dauert die Umstellungsphase?

Die Dauer variiert stark von Person zu Person:

  • 1-2 Wochen: Glückliche Ausnahmen, die kaum Umstellung bemerken
  • 3-4 Wochen: Der Normalfall für die meisten Menschen
  • 5-8 Wochen: Bei stark strapaziertem Haar mit vielen Silikonablagerungen

Wenn nach 8 Wochen noch keine Verbesserung eingetreten ist, lohnt sich ein Wechsel der Haarseife oder ein Gespräch mit einem Dermatologen.

Was genau passiert in der Umstellungsphase?

Die Umstellungsphase ist für verschiedene Haartypen unterschiedlich:

Bei fettigem Haar

Das Haar kann in den ersten Wochen noch fettiger werden. Die Talgdrüsen, die durch aggressive Shampoos überstimuliert wurden, produzieren zunächst weiter viel Sebum. Gut für fettiges Haar: Haarseifen mit Teebaum oder Salbei beschleunigen die Regulierung.

Bei trockenem Haar

Das Haar kann zunächst strohiger oder steifer wirken. Das liegt oft daran, dass Silikone abgewaschen werden, die das Haar bisher "glatt" gemacht haben. Die saure Spülung ist hier besonders wichtig.

Bei normalem Haar

Oft die kürzeste Umstellungsphase. Möglicherweise wechseln sich Phasen von etwas mehr Fett mit Phasen von etwas mehr Trockenheit ab.

Praktische Tipps für die Umstellungszeit

Tipp 1: Die saure Spülung von Anfang an

Verwenden Sie die Apfelessig-Spülung (1 EL auf 500 ml Wasser) von der ersten Haarwäsche an. Das reduziert das strohige Gefühl dramatisch und macht die Umstellungsphase deutlich angenehmer.

Tipp 2: Weniger häufig waschen

Wenn möglich, waschen Sie das Haar in der Umstellungsphase seltener. Tägliches Waschen verlängert die Regulierungsphase der Talgdrüsen. Versuchen Sie, auf jeden zweiten Tag zu kommen, und nutzen Sie in der Zwischenzeit trockenes Shampoo (ein bio-zertifiziertes Produkt oder Maisstärke).

Tipp 3: Den richtigen Zeitpunkt wählen

Starten Sie den Umstieg, wenn Sie 2-3 Wochen keinen besonderen Anlass haben (kein wichtiges Vorstellungsgespräch, keine Hochzeit etc.). Ein Urlaub, bei dem man sowieso entspannter ist, kann ideal sein.

Tipp 4: Silikone aus Styling-Produkten eliminieren

Überprüfen Sie alle Haarpflegeprodukte (Haarspray, Serum, Leave-In) auf Silikoninhaltsstoffe (erkennbar an "-icone" oder "-siloxane" in der INCI-Liste) und ersetzen Sie diese durch silikonfreie Alternativen.

Tipp 5: Geduld und Dokumentation

Fotografieren Sie Ihr Haar regelmäßig (wöchentlich). So können Sie Fortschritte erkennen, die man im Alltag leicht übersieht. Manchmal sieht man in Woche 3 kaum Verbesserung, aber ein Vergleich von Woche 1 zu Woche 4 zeigt deutliche Veränderungen.

Wann ist die Umstellungsphase vorbei?

Die Umstellungsphase ist überstanden, wenn:

  • Das Haar nach dem Waschen wieder weich und glänzend ist
  • Der Ansatz nicht schneller fettet als vor der Umstellung (oder sogar langsamer)
  • Die Kopfhaut sich nicht mehr juckt oder spannt
  • Das Haar nach 2-3 Tagen noch frisch genug aussieht

Herzlichen Glückwunsch – wenn Sie so weit sind, werden die meisten Anwenderinnen feststellen, dass ihr Haar langfristig gesünder, voller und glänzender ist als je zuvor.

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